Kartoffeln keimen – sind sie noch geniessbar?

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Die Kartoffeln keimen und deshalb stellt sich die Frage, ob sie noch geniessbar sind oder eher entsorgt werden müssen. Weisst du das? Was machst du, wenn deine Kartoffeln Keime haben?

Warum keimen Kartoffeln?

Kartoffeln keimen, wenn sie zu lange oder falsch gelagert werden. Doch zuerst etwas Theorie zu der beliebten Knolle: In der Schale der Kartoffel steckt der leicht giftige Bitterstoff Solanin. Er dient dazu, die natürlichen Fressfeinde wie Raupen und Würmer abzuschrecken. Doch auch für uns Menschen kann dieser Bitterstoff unangenehm und sogar gefährlich werden. Allerdings kannst du dies bei richtiger Lagerung und entsprechender Zubereitung vermeiden.

Kartoffeln keimen – und nun?

Das Solanin kommt in der Schale, den grünen Stellen und an den Keimansätzen der Kartoffeln vor. Schälst du die Kartoffeln vor dem Kochen, entfernst du einen Grossteil des Solanins. Stellen, an denen die Kartoffel gekeimt hat, solltest du grossflächig herausschneiden. Haben die Kartoffeln Keime von 10 Zentimetern und länger, solltest du sie besser entsorgen. Auch Kartoffeln, die eher grün als braun sind, sollten in die Biotonne.

Kartoffeln richtig lagern

Damit die grünen Stellen an den Kartoffeln nicht entstehen, sollten sie an einem dunklen Ort gelagert werden. Zudem sollte der Raum oder die Örtlichkeit trocken sein, um eine Schimmelbildung der Knollen zu vermeiden.

Die ideale Lagertemperatur für Kartoffeln liegt zwischen 4 und 6 Grad Celsius. Bei Temperaturen von 8 Grad und mehr treiben die Knollen häufig aus. Lagerst du die Kartoffeln zu kalt, verändert sich ihr Geschmack: Sie werden süsser.

Kann ich an einer Solanin-Vergiftung sterben?

Das Solanin wird erst bei einer Temperatur von etwa 240 Grad Celsius zersetzt. Das heisst, das Kochwasser tut dem Giftstoff nichts an, weshalb das Kochwasser von Pellkartoffeln nicht weiter verwendet werden soll.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt an, dass Vergiftungsfälle durch Solanin selten auftreten. Dies könne allerdings daran liegen, dass sich die Symptome einer leichten Solanin-Vergiftung von normalen Erkrankungen nicht unterscheiden. Denn Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder eine Brennen im Hals kennt wohl jeder – ohne es mit dem Giftstoff der Kartoffeln in Verbindung zu bringen. In den letzten 50 Jahren seien dem BfR keine Todesfälle durch Solanin bekannt.

Ein Erwachsener müsste an einem Tag mindestens 10 Portionen Kartoffeln essen, um Vergiftungserscheinungen zu verspüren. Ein Mensch mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm, müsste laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 800 Kartoffeln mit Schale verzehren, um Vergiftungserscheinungen zu bekommen.

Werden Kartoffeln dunkel, kühl und trocken gelagert, ist die Gefahr, durch das Solanin ernsthafte Schäden zu erleiden, sehr gering.

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